Fynn von Kutzschenbach

Familiengericht macht’s möglich:


16-jähriger gründet Unternehmen

 

Wiesbaden. – Einen Tag vor dem neuerlichen Corona-Lockdown, also kurz vor Weihnachten, erfüllte das Familiengericht Wiesbaden Fynn von Kutzschenbach seinen sehnlichsten Wunsch: Es erklärte ihn für voll geschäftsfähig. Fynn ist gerade mal 16 Jahre alt und kann damit sein Unternehmen „Marketing Bees“ gründen. Davon träumte er schon als Kind.

Wie kam’s? Nun, Schule war nix für Fynn – gerade mal Hauptschulabschluss – und die anschließende kaufmännische Lehre eine Sackgasse. Damit war der Anschluss an andere Ausbildungen für dieses Jahr verpasst. Was nun, was tun?

Aber, da war noch etwas: Bei einer Berufsorientierungswoche, Fynn war gerade 14 Jahre alt geworden, hatte ein Test seine Eignung zum „Unternehmer“ ergeben. Und das war für den 16jährigen Arbeitslosen der mentale Rettungsanker.

Im Sommer 2020 hatte Fynn von Kutzschenbach die Schule verlassen und nach seinem Ausbildungsdesaster im Herbst ,,Marketing Bees‘‘ ins Leben gerufen – eine Werbeagentur, basierend auf Internet und Social Media. Die Eltern, erst skeptisch, dann aber immer mehr überzeugt, unterstützten ihn beim Gang zum Familiengericht und damit zum Unternehmertum. Seit seinem 14. Lebensjahr beschäftigt sich Fynn von Kutzschenbach mit dem digitalen und dem klassischen Analog- Marketing. Nicht nur die erste praktische Umsetzung und Erfolge bei Selbständigen im Bekanntenkreis machten ihm Mut, sondern auch die Vernetzung in der Landeshauptstadt.

Doch das genügt nicht, um nachhaltig Erfolg zu haben. Der junge Unternehmer nennt drei Eigenschaften, mit denen er seine Agentur gegenüber Wettbewerbern durchsetzen will: „Ich kann, zumindest jetzt noch, mit günstigen Preisen in den Markt gehen, weil ich weder Mitarbeiter bezahlen, noch Familien ernähren muss,“ freut sich Fynn. Ein weiterer Wettbewerbsvorteil sei, dass er alle Videos und Fotos für die Internetauftritte selbst produziert (entsprechende Vorkenntnisse hatte er sich bereits während der Schule angeeignet) und dass er sich auf Wiesbaden beschränkt, das er kennt wie seine Westentasche.

Seine UG (haftungsbeschränkte Gesellschaft) ist in Gründung. Jetzt kann er seine „Marketing Bees“ fliegen lassen, wegen Corona elektronisch: „Wie die Bienen ausschwärmen und für unsere Kunden Honig finden“ (Slogan Marketing Bees). Dabei will er vor allem Unternehmen ansprechen, die für große Agenturen weniger interessant sind: lokale Einzelhändler, Freiberufler und Künstler. Und weil für ihn zum vorbildlichen Unternehmer auch jetzt schon gesellschaftliches Engagement zählt, unterstützt er viele Lokale Vereine, Projekte und Gemeinschaften.